Ask the Mango

Gruppenausstellung im
Ausstellungsraum EULENGASSE
12.Juni – 5. Juli 2026
Wurde sie jemals gefragt? Nein. Trotzdem antwortet sie beständig — eigensinnig, eher nicht akkurat…
Wir haben ihr zugehört, uns davon anregen und stören lassen. In vierzehn visuellen Statements nimmt sie — manchmal physisch, oftmals metaphorisch – immer wieder neue Gestalt an.
Oval, herz- oder nierenförmig, grün, gelb, orange, rot bis pflaumenfarben, süß, dezent bitter, wächst sie im Tropischen und Subtropischen, ist weltweit begehrt, wird überall hingeflogen…

Brigitte Kottwitz vollzieht mit dem Schwälbchenpokal eine Transmutation des banalen Konsummülls, bezeichnet die Pokale als Anti-Trophäen, die mit weinroten Steinzeug-Gefäßen zu hybriden Objekten des Widerstands verschmelzen.
Ihr Kern ist unberechenbar: groß, flach, fest mit dem Fruchtfleisch verwachsen, ohne scharfe Grenze – so, wie viele es eher nicht mögen. Unsere Messer stoßen leicht dagegen, aus welchem Winkel auch immer wir sie ansetzen.
Ihr klebriger Saft fließt uns ungefragt über Hände und Arme, wenn wir sie schälen, ihr faseriges Fleisch rutscht uns flugs zwischen die Zähne. Ob wir sie schon genießen können, verrät ihr Außeres nicht unbedingt. Steinhart zum Verkauf angeboten, kann sie innen bereits faul sein. Und wenn sie noch unreif ist, legt sie uns gerne Seifiges oder Harziges auf die Zunge. Wir finden sie auch deshalb widerspenstig, weil ihr Fruchtfleisch meist nicht leicht von ihrer Schale zu lösen ist. Vorausgesetzt sie macht mit, verpassen wir ihr gern einen Igel-Schnitt, um sie ungestört genießen zu können.
Das Akkurate verlangen wir ihr ab, von allein ist sie nicht so.
Text: Barbara Ina Frenz
Samen des Mangokerns






